Rudern

Die Sportart Rudern

Rudern ist eine Wassersportart, bei der Boote durch Menschenkraft schnellstmöglich fortbewegt werden. Fälschlicher Weise werden die zwei beidseitig von jedem Rudersitz mit dem Boot beweglich verbundenen „Skulls“ oder die abwechselnd rechts oder links von jedem Rudersitz angebrachten „Riemen“ oft als Ruder bezeichnet. Riemen wie Skulls haben einen Griff am einen Ende und laufen am anderen in ein flaches Blatt aus, das senkrecht zur Wasseroberfläche eingesetzt wird und bei jedem kräftigen Durchzug Druck erzeugt, der das Boot vorwärts bringt. Der Ruderer sitzt mit dem Rücken zur Fahrtrichtung und lenkt im steuermannslosen Boot selbst durch verschieden starke Ruderschläge (z. B. lenkt ein Durchzug mit dem rechten Arm das Boot aus Sicht des Sportlers nach links).

Geschichte des Rudersports:

Außer zum Fischfang ist Rudern auch als Wettfahrübung seit dem Altertum bei vielen Völkern weltweit nachzuweisen. Der moderne Rudersport entwickelte sich aus den Rennen der Themsefährleute. 1775 fand die erste Regatta (ebenfalls auf der Themse) statt, 1829 wurde das legendäre Achter-Rennen zwischen den Universitäten von Oxford und Cambridge eingeführt und 1836 mit dem „Allgemeinen Alster-Club“ in Hamburg der erste deutsche Ruderverein gegründet.

Musste die Premiere der olympischen Regatten 1896 noch wegen zu starkem Seegang abgesagt werden, gehört Rudern seitdem zum Kernprogramm der Spiele und seit 1976 kämpfen auch die Damen um Medaillen. Weltmeisterschaften werden erst seit 1962 ausgetragen und lösten 1974 die bis dahin üblichen Europameisterschaften ab.

Die Regeln beim Rudern:

Es wird im sogenannten „Fairbairn-Stil“ gerudert, der eine natürliche Haltung bei einem nahtlosen Bewegungsablauf ermöglicht. Neben Ausdauer, Kraft und Technik ist vor allem ein völlig übereinstimmender Rhythmus der einzelnen Schläge, deren Zeitmaß in den größeren Booten der Schlagmann im Heck bestimmt, wichtig. Internationale und nationale Wettfahrten werden auf Regattastrecken mit sechs durch Bojen markierten Bahnen von je rund 12 – 15 m Breite ausgetragen. Die Strecken sollten möglichst strömungsfrei, windgeschützt und mindesten 3,50 m tief sein. Die Meisterschaftsstrecke führt bei den Aktiven in der Regel über 2000 m (= olympische Distanz). Im Wettkampfprogramm stehen folgende Bootsklassen: Einer (Skiff), Doppelzweier, Zweier mit und ohne Steuermann, Doppelvierer, Vierer mit und ohne Steuermann sowie der Achter, wobei teilweise das Gesamtgewicht der Bootsbesatzung limitiert ist, um Chancengleichheit zu gewährleisten.