Das Kanu: Vielseitig und faszinierend
Eines der ältesten Fortbewegungsmittel der Menschen dürfte das Kanu sein. Bereits vor über 6.000 Jahren, so die archäologischen Funde, paddelten auf dem Euphrat Fischer in Einbäumen. Heute ist es ein faszinierender Freizeitsport, der immer mehr begeisterte Paddler auf die Seen und Flüsse zieht.
Was ist ein Kanu?
Als Kanu werden Kajaks und Kanadier bezeichnet. Erstere sind oben geschlossen und benötigen ein Doppelpaddel. Diese Bootsform hat ihren Ursprung bei den indigenen Völkern der Arktis. Die nach oben hin offenen Kanadierboote werden mit einem Stechpaddel bewegt und gesteuert. Hergestellt werden die Paddel aus Holz, Aluminium oder Karbon. Der Einsatzzweck bestimmt die Länge des Kanupaddels und die Form der Paddelblätter. Unterschiedlich sind nicht nur die Paddel, sondern auch die Sitzposition: Während im Kajak der Paddler sitzt, kniet der Sportler in einem Wildwasserkanadier.
Mit modernsten Materialien wie Aluminium oder diversen Kunststoffen werden leichte und sichere Kanus gefertigt. Eine Nische im Kanusport sind die Faltboote. Deren Vorteil ist es, das sie komplett zerlegt in einem entsprechenden Rucksack Platz finden. Sehr selten können hölzerne Kanus in Aktion bestaunt werden. Diese sind in der Herstellung sehr kostspielig und bedingt praxistauglich.
Das Kanu ein vielseitiges Sportgerät
Kanus kommen überall zum Einsatz: Mit speziellen Modellen wird auf offener See oder in Küstennähe gepaddelt. Diese Kanus sind meistens mit einer Steueranlage ausgestattet. Bei einer Kenterung auf See hilft eine elektrische oder manuell betriebene Pumpe, das Wasser wieder aus dem Bootskörper zu lenzen. Optional bieten verschiedene Hersteller an, ein Kanu mit einer Segelanlage auszurüsten.
Andere Spezialisten sind mit Wildwasserkanus in reißenden Flüssen unterwegs. Je nach Können gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade von I (unschwierig) bis VI (nahezu unbefahrbar) für die Flussläufe. Bei den Zuschauern erfreut sich Kanurodeo einer wachsenden Popularität. Die Athleten steuern ihr Kanu an Wasserwalzen und vollführen dort beeindruckende Manöver.
Flusswandern mit dem Kanu
Am populärsten ist das Kanuwandern in Deutschland. Auf ruhigen Flüssen und Binnenseen werden Tagesetappen oder mehrtägige Touren im Kanu gepaddelt. An etlichen Flüssen wurden spezielle Bootswanderwege mit der entsprechenden Infrastruktur, wie Zelt- und Grillplätze, angelegt. Der klassische Kanadier hat sich für diesen Einsatzzweck sehr bewährt. Dieses Kanu ist auch für Amateure leicht und sicher zu manövrieren. Hinzu kommt, dass diese Boote komfortabler sind, als Kajaks. Das Gepäck wird dabei im Kanu verstaut. Als Ausrüstung werden zum Kanu noch Stechpaddel und eine Schwimmweste benötigt. Aus Sicherheitsgründen sollte diese obligat sein.
