Turmspringen

Die Sportart Turmspringen

Wasserspringen ist eine Wassersportart, bei der von Brettern (Kunstspringen) oder Plattformen (Turmspringen) ins Wasser gesprungen wird, wobei festgelegte Sprungfiguren gezeigt werden. Dieser Sport verlangt von den Athleten neben Mut und Trainingsfleiß vor allem eine äußerst gute Körperbeherrschung.

Geschichtliche Entwicklung

Historische Funde in Form von Felszeichnungen lassen darauf schließen, dass Wasserspringen bereits im Altertum ausgeübt wurde. In der Neuzeit wurde 1843 die erste Wertungstabelle für das Wasserspringen erstellt. Im Gründungsjahr des Deutschen Schwimmverbandes (1886) wurde erstmals auch eine nationale Meisterschaft im Kunstspringen durchgeführt, während die Premiere der Titelkämpfe im Turmspringen 1925 für die Herren und 1933 für die Damen folgte. Auf dem Programm der Olympischen Spiele steht diese anmutige Disziplin seit 1904 und bereits in Stockholm 1912 durften die Frauen ebenfalls um olympische Medaillen kämpfen. Seit 1973 werden auch Weltmeister im Turmspringen ermittelt.

Äußerer Rahmen des Turmspringens

Beim Kunstspringen wird von einem federnden Brett gesprungen, das Turmspringen im Gegensatz dazu aber immer von einer starren Plattform ausgeführt. Kunst- sowie Turmspringen werden sowohl von Frauen als auch von Männern wettkampfmäßig betrieben, wobei natürlich eine getrennte Wertung erfolgt. Die Wassertiefe in einem Sprungbecken muss mindestens 4,50 m, die lichte Raumhöhe über dem Absprung mindestens 5 m betragen, um den Springer vor Verletzungen zu schützen.

Die Wettkämpfe beim Turmspringen

Wettbewerbe im Kunstspringen werden vom 1m- und 3m-Brett ausgetragen, Turmspringen erfolgt vom 5m-, 7,5m- und dem 10m-Turm. Beim Synchronspringen (vom 3m-Brett und 10m-Turm) führen zwei Sportler gleichen Geschlechts gleichzeitig denselben Sprung aus. Jedem zulässigen Sprung aus den sechs verschiedenen Sprunggruppen (Vorwärts-, Rückwärts-, Auerbach-, Delphin-, Schrauben- und Handstandsprünge) ist ein eigener Schwierigkeitsgrad zugeordnet.

Die sieben Sprungrichter bewerten den Anlauf und Absprung, die Flugphase sowie das Eintauchen jedes Sprunges hinsichtlich der technischen Ausführung und des künstlerischen Eindrucks mit einer Punktevergabe von 0 Punkten („vollständig verfehlt“ bis 10 Punkten („perfekt“). Beim Synchronspringen wird darüberhinaus auf die Synchronizität der beiden Sportler geachtet. Die zwei höchsten sowie die zwei niedrigsten Wertungen der Schiedsrichter werden gestrichen und die Summe der verbleibenden drei Wertungen mit dem Schwierigkeitsgrad des Sprunges multipliziert. Das Produkt ergibt die Gesamtwertung für einen Sprung.
Derjenige Springer, der mit all seinen Versuchen in Summe die meisten Wertungspunkte erzielen kann, hat den Wettbewerb gewonnen.